schulisches I

die Beantwortung der Frage, ob es früher schöner oder nicht war, ist mehr als nur schwer, da die Sicht der Dinge vom eigenen Standort abhängig ist. Daß es früher schwerer war, ist schon auf die vielen verschiedenen europäischen  centimes und Francs und Lira und Mark zurückzuführen, waren diese doch Prüfungsstoff im von manchen sehr gefürchteten "kfm.Rechnen" - auch das abgekürzte dividieren....das kaufmännische dividieren mit irgendwelchen Vorteilen, war sehr, sehr schwierig. War doch der Vorgang des dividierens ungleich schwieriger als beispielsweise die Multiplikation, dieses vereinfachte Dividieren war dem Pytagoras hoch drei gleichzusetzen - möglicherweise ist dieser Rechenvorgang  mit dem Auftreten der  schuhkartongrossen Kleinrechnern von "Texas Instruments" in Verrgessenheit geraten - die Sache mit den Centimes und Franc wahrscheinlich mit der Geburtsstunde des Euro - es waren einfach schwere Zeiten - zwanzig Jahre nach dem Abschluß des Staatsvertrages - heute ist ja vieles einfacher. So sind Handelsschule und -Akademie in ein und dem selben Gebäude untergebracht - eine einfache Angelegenheit für den Lehrer, zwischen Schule und Akademie zu pendeln - früher, also ganz früher....der erste Jahrgang Akademie wurde im seinerzeitigen Gebäude der Sonderschule und nunmehrigem Rathaus  am Bruckneudorfer Bahnhofsplatz gelehrt - die Handelsschule war im Gebäude des Energieparks untergebracht - das Pendeln zwischen den Schulen von mehr als einem Kilometer war nicht so ohne...am wenigsten für den schwergewichtigen Dkfm. Franz Z., der mit seinem himmelblauen Anzug -  es war die Zeit des "dankbaren" Trevirastoffes - der die Transpiration schon ohne pendeln förderte.
Die 3a der Handelsschule war im angebauten Gebäude des Bodenschutzes beheimatet, das den Vorteil mit sich brachte, dass das geräumige Kloanlage der 3a allein gehörte und gut und gerne fünfzehn Rauchern bequem Platz bot und ausserdem war die Klasse nicht zentralbeheizt, sondern verfügte über einen im Betrieb stinkenden Ölofen. Natürlich haben Ölofen und Akademie am Bahnhofsberg und himmelblauer Anzug im Alltag wenig miteinander zu tun - ausser wenn der von der Akademie heranbrausende Dkfm. Franz Z. vorhatte, die allentscheidende letzte mündliche Prüfung einiger Damen und Herren abzuhalten, die sich auf der sogenannten "Kippe" befanden. An einem freundlichen Frühjunivormittag mit anzugsblauen Postkartenhimmel wurde mit der Ölofen angeheizt und auf "volle Post" gedreht und das Termometer stieg in kurzer Zeit auf über dreissig Grad - der die christliche Religion unterrichtende Franz H. liess die Beheizung in seiner Stunde vornehmen.
Der schweisstriefende Dkfm.Franz Z. stürmte mit einem blutblasenroten Gesicht in die Klasse, trug im Klassenbuch ein, studierte selbiges und dürfte irgendwann die Wärme des Klassenzimmers bemerkt haben und wollte mit letzter Kraft das Fenster öffnen, das die besonders die Schülerinnen mit einem herz- und trommelfellzerreissenden "biiiiitte niiiicht" verhinderten. Dkfm.Franz Z. lockerte irritiert die Kravatte und fragte nach, ob man nicht doch.... aber es gelang den kälteempfindlichen Damen die Raumtemperatur zu halten - was den Herrn Dkfm.Franz Z. veranlasste, Stillbeschäftigung zu verordnen, um sich wegen wichtiger Angelegenheiten oder so ins Konferenzzimmer für den Rest der Stunde zurückzuziehen.
 
nun....also....nachträglich...ja...es war nicht nett....aber die Not der Stunde hats verlangt... 
 
 
 

schulisches II

Es war knapp vor Ostern. Erste Unterrichtsstunde  Marsch in den "Schwesternkindergarten" um dort einer kurzen  Osterandacht mit Beichtgelegenheit beizuwohnen. Das alles musste sehr rasch über die Bühne gehen, weil in der zweiten Unterrichtsstunde Frau Mag. Heliane B. einen Geographietest abhalten wollte.

 

 "Wollte"....wohlgemerkt. Fünf Minuten zum Kindergarten, weitere fünf für den Rückweg und zwanzig Minuten Andacht - oder so. Es gab keine andere Möglichkeit, den Ausflug in die Länge zu ziehen, ausser einigen heftigen Beichten.

 

 Ehrlich...was soll man schon so beichten? Im Sandkasten hat keiner gerauft und auch kein Sandschauferl versteckt, und das Rauchen aufn Schulhäusl war keine besonders grosse Sünde... auch gab einfach keine Beichtwilligen. Letztendlich opferten sich wild entschlossen die Schüler Franz R. und Hans K. zur Beichte nach der Andacht. Es ist nicht bekannt, was Franz R. dem heiligen Mann mitteilte. Was Hans K. dem Monsignore anvertraute ist sehr wohl bekannt. Hans K. hatte das Glück, in den Ferien eine Bekanntschaft auszuleben, die mit einigen feuchtfröhlichen Küssen ihren Höhepunkt hatte und Hans K. nun wußte worums in der Geschlechtlichkeit wohl ging und ausserdem waren im die Damen hinter den schwarzen Balken der "St.Pauli Nachrichten" wohlbekannt. Geschickt verstand er das Interesse des Kirchenmannes zu wecken....der heilige Würderträger erfrug die Häufigkeit der Selbstbefleckung, ohne besonders auf das Thema einzugehen, schwenkte er sofort zum partnerschaftlichen Beflecken...oder so... Seine Heiligkeit waren sehr interessiert... diesbezüglich...das Ergebnis der Befragung waren letztendlich zehn "Ave Maria" und zehn "Vater unser", deren Abbetung sich weit in die zweite Unterrichtsstunde erstreckte und die Frau Mag.Heliane B. der 2a eine Schonfrist bis nach Ostern einräumen mußte.....